Prüfantrag Makerspace

Der Stadtrat möge beschließen:

Der Oberbürgermeister wird gebeten zu prüfen, ob und - wenn ja - in welcher Form die Stadtbibliothek einen Makerspace als außerschulischen Lernort und für das lebenslange Lernen aufbauen und ggf. gemeinsam mit Partnern und in enger Zusammenarbeit mit den Schulen in der Region Magdeburg betreiben kann.

Begründung

Im Zeitalter der Digitalisierung verändert sich die Rolle der Bibliothek, denn ihre Kunden sind heute „Prosumenten“, wollen nicht nur Wissen erwerben, sondern auch neue Techniken entdecken, etwas produzieren und mit anderen teilen (explore - create - share). „Die Menschen […] lesen, surfen im Internet, tauschen sich mit anderen Besuchern aus und erwarten über das Lesen hinaus weitere Erfahrungsmöglichkeiten. Die Bibliothek ist nach der Theorie des amerikanischen Stadtsoziologen Ray Oldenburg ein dritter Ort neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz geworden. Damit ist die Bibliothek ein alltäglicher Ort der Begegnung, der kulturellen und sozialen Interaktion.“ (so Rebecca Piron: Bibliothek der Zukunft: Vom Lernort bis zum Maker-Space, in: KOMMUNAL, 19.03.2019, zitiert nach: https://kommunal.de/bibliothek-maker-space)  

Für die Stadtbibliothek Köln, einer der Vorreiter bezüglich der Verbindung von Medien und Makerspace-Angebot, bedeutet dies, die Schaffung zahlreicher Möglichkeiten selbst aktiv zu werden, und zwar mit:

  • • Robotik: NAO-Roboter, Finch-Roboter
  • • Programmier-Sets zum Ausleihen: Arduino-Starterkit, Finch-Roboter
  • • Virtuelle Realität: Oculus Rift, HTC Vive
  • • Making: zum Beispiel 3-D-Drucker, 3-D-Scanner, Schneideplotter, Overlock- Nähmaschine
  • • Digitalisierung: Geräte zur Digitalisierung von Schallplatten, Fotos, Dias und Filmstreifen, VHS-Kassetten, Musik- und Audiokassetten
  • • Musik: zum Beispiel E-Gitarre, E-Piano, Flügel, Launchpad, Mikrofon
  • • Software: zum Beispiel Komposition, Gehörbildung, 3-D-Modellierung
  • • iPads mit Musik- und Film-Apps
  • • Workshops für Erwachsene und Kinder

(zitiert nach: Musik, Medien, Makerspace: https://www.stadt-koeln.de/artikel/60565/index.html)

Für den Aufbau eines solchen Angebots wären zusätzliche Haushaltsmittel bzw. das Engagement von Sponsoren notwendig. Es gibt eine Vielzahl potentieller Partner in der Stadt, z.B. Schülerferienangebote der Hochschulen. Und es gibt weitere Partner in der Region und darüber hinaus: z.B. die Jungen Tüftler (https://junge-tueftler.de/) und die Digitale Nachbarschaft (www.digitale-nachbarschaft.de im Rahmen der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN)) des Bundesinnenministeriums.
Am Beispiel der Stadtbibliothek Köln sieht man, dass es gelingen kann, Schülerinnen und Schüler als ehrenamtliche Junior-Experten einzubinden. Die vielfältigen Kooperationsbeziehungen der Magdeburger Stadtbibliothek zu den Schulen in der Region und die Erfahrungen als Veranstalter bieten eine gute Voraussetzung für ein solches Projekt in Magdeburg. Darüber hinaus wäre auch die Veranstaltung einer jährlichen Maker Faire (ggf. in Verbindung mit der Schulmesse bzw. gemeinsam organisiert mit der „Macherburg“ (
www.macherburg.de) und weiteren Partnern) möglich und von großem Interesse.

Dr. Lydia Hüskens                                                        Carola Schumann

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