Carola Schumann

Nein zu Kürzungen beim Theater Magdeburg

Theater Magdeburg 2026Ich sitze nicht nur im Stadtrat, leite den Kulturausschuss und bin Mitglied im Theaterausschuss, nein, ich sitze auch regelmäßig im Zuschauerraum des Theaters Magdeburg. Deshalb weiß ich aus eigenem Erleben, welche großartige Arbeit alle Mitarbeitenden des Theaters leisten. Und ich weiß auch, welche Bedeutung dieses Haus für unsere Stadt und weit darüber hinaus hat.

Nun wird sich unter dem Deckmantel der Haushaltskonsolidierung diese eine Einrichtung vorgenommen und nicht die Finanzierung, sondern sogar die Struktur des Hauses in Frage gestellt.
Es wird gerade so getan, als wären die Finanzen im Kulturbereich noch nie thematisiert worden.
Aber ich habe überhaupt kein Problem damit, dass wir uns nicht nur im Theaterausschuss, wo wir uns auch im Rahmen des Wirtschaftsplanes mindestens einmal jährlich mit diesem Thema befassen, dazu austauschen. Wenn es aber wirklich um die Konsolidierung des Haushalts geht, müssen wir uns alle Bereiche anschauen und prüfen, wie öffentliche Mittel noch verantwortungsvoller eingesetzt werden können.

Aber eine solche Debatte muss ehrlich und ergebnisoffen geführt werden. Der vorliegende Antrag setzt bereits konkrete Einsparziele von drei, fünf und sieben Millionen Euro. Das sind keine kleinen Korrekturen. Bei einem Haus mit vier Sparten und rund 450 Beschäftigten reden wir über Summen, die erhebliche Auswirkungen auf Personal, Programm und Strukturen haben würden. Die Theaterleitung hat bereits darauf hingewiesen, dass strukturelle Kürzungen in dieser Größenordnung die Schließung ganzer Sparten bedeuten würde. Das kommt für mich keinesfalls infrage.

Wir sollten uns auch davor hüten, das Theater nur als Kostenfaktor zu sehen und nicht nur darüber reden, was unser Theater kostet, sondern vor allem auch darüber, was wir dafür bekommen. Das Theater Magdeburg gehört zu den kulturellen Aushängeschildern unserer Stadt. Es wurde zum ‚Theater des Jahres‘ gewählt, ist national und international mit seinen Produktionen präsent und erreicht jedes Jahr weit über 160.000 Theaterbesuche. In der vergangenen Spielzeit lag die Auslastung bei rund 86 Prozent, gleichzeitig wurden mit mehr als vier Millionen Euro so hohe eigene Einnahmen erzielt wie nie zuvor.

Beim DomplatzOpenAir kommen Jahr für Jahr Zehntausende Menschen in die Innenstadt. Davon profitieren Gastronomie, Hotellerie und Handel. Das Theater ist Arbeitgeber, Kulturinstitution, touristischer Anziehungspunkt und Wirtschaftsfaktor zugleich.

Deshalb halte ich auch Vergleiche mit den Kita-Beiträgen für wenig hilfreich. Die häufig genannten Prozentzahlen beziehen sich auf völlig unterschiedliche Dinge: Bei den Kitas geht es um die kommunale Entlastung der Elternbeiträge, beim Theater um den Anteil öffentlicher Zuschüsse an einem Mehrspartenbetrieb. Daraus einen direkten Vergleich zu konstruieren, führt in die Irre.

Und schließlich geht es um die Rolle von Kunst und Kultur in unserer Stadt. Theater darf provozieren, widersprechen und gesellschaftliche Debatten auf die Bühne bringen. Man muss nicht jede Inszenierung mögen und darf Kunst selbstverständlich kritisieren. Aber Politik sollte nicht danach entscheiden, welche künstlerischen Inhalte oder Haltungen erwünscht sind.

Was über viele Jahre aufgebaut wurde, lässt sich nach einem strukturellen Abbau nicht einfach wieder einschalten. Deshalb fordere ich eine sachliche Debatte darüber, wie wir unser Theater wirtschaftlich noch tragfähiger und zugleich künstlerisch stark in die Zukunft führen.
Auf unser Theater, das Theater der Landeshauptstadt Magdeburg, können wir mit Recht stolz sein und das soll auch zukünftig so bleiben.